Überblick
Der Masterstudiengang Judaistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main bietet eine vertiefte, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur, Religion und Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Neben der Analyse rabbinischer Schriften und Philosophie prägen besondere Schwerpunkte wie die Genderforschung und die Auseinandersetzung mit dem Holocaust das Profil. Studierende profitieren am Standort Frankfurt von einzigartigen Lehrstühlen wie der renommierten Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie.
Studieninhalte
Über den Studiengang
Der weiterführende Masterstudiengang „Judaistik“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main widmet sich dem Judentum in seiner gesamten kulturellen und geschichtlichen Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das viersemestrige, deutschsprachige Studium ist zulassungsfrei und kann sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester aufgenommen werden. Die Studierenden erwerben vertiefte Fachkenntnisse in einem stark interdisziplinären Feld, das Sprachen, Literatur, Religionsgeschichte, Philosophie und Soziologie umfasst.
Studieninhalte & Module
Das Studium konzentriert sich auf wesentliche Kernbereiche des historischen und modernen Judentums und bereitet auf eine eigene wissenschaftliche Spezialisierung vor. Zu den zentralen Schwerpunkten gehören:
- Rabbinisches Judentum: Erforschung der prägenden Epoche der Antike und des frühen Mittelalters als Fundament jüdischer Traditionen.
- Rabbinische Hermeneutik und Mystik: Analyse unterschiedlicher Ausprägungen jüdischer Hermeneutik sowie verschiedener Bereiche der jüdischen Mystik.
- Traditions- und Geschichtsverständnis: Untersuchung des Spannungsfeldes von Historiographie und Hagiographie, Faktionalität und Literarizität sowie interkulturellem Dialog.
- Genderaspekte in der Judaistik: Verstärkte Integration und Akzentuierung von Geschlechterfragen in der jüdischen Forschung.
- Moderne und Gegenwart: Befassung mit dem modernen, zeitgenössischen und säkularen Judentum sowie dessen Bezug zu historischen Werten.
Berufsperspektiven
Absolventinnen und Absolventen analysieren in der Praxis historische sowie zeitgenössische Texte, erforschen jüdische Kultur- und Religionsgeschichte und bereiten wissenschaftliche Erkenntnisse für Bildungs- und Dokumentationskontexte auf. Sie arbeiten an den Schnittstellen verschiedener Geistes- und Sozialwissenschaften, etwa in der akademischen Forschung, in Archiven oder in Kultur- und Museensektoren. Durch die vermittelten analytischen und interkulturellen Kompetenzen sind sie für vielfältige Aufgaben im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich qualifiziert.
Besonderheiten
Der Standort Frankfurt bietet durch spezifische Einrichtungen und Schwerpunkte besondere Studienbedingungen:
- Martin-Buber-Professur: Einbindung der in Deutschland einmaligen Professur für jüdische Religionsphilosophie.
- Fritz Bauer Institut: Enger Bezug zum Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust.
- Starke Interdisziplinariatät: Nutzung von Ergänzungsangeboten benachbarter Fächer, insbesondere der Geschichtswissenschaft.
- Profilierter Gender-Fokus: Gezielte Berücksichtigung von lang vernachlässigten Geschlechteraspekten in der Fachdisziplin.
Zulassung & Voraussetzungen
Keine Zulassungsbeschränkung, ohne NC
B.A. Judaistik oder eines verwandten Bachelorstudienganges einer Universität oder wiss. Hochschule. Sprachliche Anforderungen: Englisch (B2) sowie Französisch oder Latein (B1).
Bewerbung & Fristen
Studienbeginn: Sommer- und Wintersemester